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Alte Pfarrkirche: St. Peter und Paul Alte Pfarrkirche St. Peter und Paul (bis 1860: St. Michael)

Kirchplatz 10

Die im Kern auf eine gotische Anlage von 1401, möglicherweise sogar auf einen Vorgängerbau zurückgehende Kirche bildete das Zentrum des alten Bauerndorfes Feldafing.
Sie wurde in den folgenden Jahrhunderten mehrfach erneuert, erhielt aber ihre heutige Gestalt erst durch die neugotische Umgestaltung 1896-98 von Prof. Schmid.

"Das Innere überrascht mit einer in diesem Umfang im Landkreis einzigartigen einheitlichen Ausstattung im Stil der Neuromanik.
Der Raum wird von einem weiten Tonnengewölbe überspannt. Er wird durch marmorierte Pilaster gegliedert und stark von einer Dekoration in dunklen, kräftigen Farben bestimmt, die aus breiten Bändern, aus textilen und floralen Mustern in den Zwickeln und Stichkappen sowie bildlichen Darstellungen in den Gewölbeflächen besteht.

Der Hochaltar und die Seitenaltäre sind in Form eines romanisch-byzantinischen Kuppelhaus und in Form von Reliquienschreinen ausgebildet. Das Chorgestühl und das seitliche Oratorium entsprechen stilistisch. Die Kirchenbänke stammen noch aus dem frühen 18. Jh. Im Chor haben sich, in die Mauern eingelassen, noch acht Epitaphe der Garatshausener Hofmarksherrschaft (Weiler, Vieregg, La Rosée, 1595-1832) erhalten. Von der ehemaligen Ausstattung mit Glasfenstern konnten noch zwei auf der Nordseite gerettet werden." (Schober 1989, 110). Das eine dieser Fenster wurde von Kaiser Franz Josef I. von Österreich zum Andenken an seine Gattin Elisabeth (gen. Sisi) gestiftet, das andere von Fürst Albert von Thurn und Taxis zum Andenken an seine Frau und Elisabeths Schwester Helene (gen. Nene). Zur Neugestaltung der Kirche trug auch der damalige Bürgermeister Aumiller, von einer Lourdes-Wallfahrt zurückgekehrt, mit der Stiftung einer "Lourdesgrotte" samt Madonna bei. 1916 wurden drei der vier Bronzeglocken zu Kriegszwecken abgenommen und eingeschmolzen. 1922 schuf der in Feldafing ansässige Künstler Julius Mössel (1871-1958) das beherrschende Fresko an der Ostseite des Chores zur Erinnerung an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. 1976 wurde die Kirche unter Denkmalschutz gestellt und anschließend innen wie außen umfassend restauriert; 1997 wurde eine neue Orgel eingebaut; zum 600-jährigen Jubiläum 2001 wurden drei neue Bronzeglocken aufgehängt. Die Kirche ist umgeben von einem Friedhof mit eiserner Einfriedung, über dessen 54 ab 1896 aufgelassene Grabstellen ein Plan neben dem südlichen Kirchentor informiert.
     
 
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